Die DGLM

Fehlernährung, Stress und Bewegungsmangel gelten als wesentliche Ursachen bei der Entstehung zahlreicher sogenannter „chronischer nicht übertragbarer Erkrankungen“ (non communicable chronic diseases: NCDs oder „lifestyle related diseases“: LRDs) . Eine Veränderung des Lebensstils, wodurch diese Erkrankungen beeinflusst werden könnten, scheint für viele Menschen allerdings eine unüberwindliche Hürde darzustellen.

Zahlreiche systematische Reviews und Metaanalysen sind publiziert worden die zeigen, dass bei Patienten mit Prädiabetes/Glukoseintoleranz Lebensstilinterventionen die Diabetes Inzidenz deutlich reduzierten (Yoon et al., 2013; Ali et al., 2012), bei Diabetes-Patienten die Erkrankung wesentlich besser mit Einbeziehung von lebensstilmedizinischen Interventionen behandelt werden kann (Avery et al 2012; Umpierre et asl 2011), was auch für Hypercholesterinämie (Mannu et al, 2013) und das „Metabolische Syndrom“ gilt (Yamaoka et al., 2012; Pattyn et al., 2013). Dies kann auch für kardiologische Erkrankungen belegt werde (Wing et al., 2011,; Look AHEAD, 2010, 2013)

Die Deutsche Gesellschaft für Lebensstilmedizin sieht ihre Aufgabe darin, wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Bedingungen lebensstilassoziierter Erkrankungen zu sammeln und Menschen bei einer Veränderung des Lebensstils zu unterstützen. Hierzu gehören neben den drei Säulen „Ernährung“, „Stressmanagement“ und „Bewegung“ auch die Bereiche „Schlaf“ und „Sucht“.

Wesentliche Tätigkeitsfelder sind also:

  • die Sammlung von Erkenntnissen über die Effekte einer Lebensstilveränderung auf die Entwicklung chronischer Krankheiten sowie ihre Multiplikation an verschiedene Adressatengruppen,
  • Erarbeitung von Möglichkeiten zur Umsetzung einer für notwendig erkannten Lebensstilveränderung, Sammlung von „best practice“ Beispielen.
  • sowie Erkenntnisgewinnung durch Initiierung von Forschungsaktivitäten; Unterstützung bei der Einwerbung von Drittmitteln für wissenschaftliche Projekte.

Zu den wissenschaftlichen Aktivitäten gehören die regelmäßige Darstellung aktueller Publikationen sowie Tendenzen der Lebensstilmedizin aus den unterschiedlichen interdisziplinären Sichtweisen (Einfluss von Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung auf die Entstehung und den Verlauf chronischer Krankheiten).

Die Sammlung und Darstellung von Programmen zur Umsetzung von Lebensstilveränderungen.

Die Darstellung dieser Inhalte soll über die Internetsite der Gesellschaft erfolgen.

Die Erkenntnisse werden aufgearbeitet für die interdisziplinäre Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, die durch die Gesellschaft angeboten werden sollen. Diese Aktivitäten richten sich in erster Linie an:

  • alle interessierten im Gesundheitssystem tätigen Personen mit einer akademischen Ausbildung (Ärzte, Ökotrophologen, Psychologen, Bewegungswissenschaftler, Pädagogen). Für diese Gruppe wird eine Zertifizierung für eine Bezeichnung „Lebensstilmedizin“ angestrebt, angelehnt an die Vorgaben anderer internationaler Gesellschaften.
  • Personen, die als Multiplikatoren eine besondere Rolle bei der Vermittlung von Gesundheitskompetenz Dazu gehören therapeutisch tätige Gesundheitsberufe (Physiotherapie, Ergotherapie, …), MitarbeiterInnen von Kindergärten und Pflegeheimen, Lehrer und Lehrerinnen, Pflege- und therapeutisches Personal in Krankenhäusern etc.

Mitglieder der Gesellschaft können alle im Gesundheitssystem tätigen Personen mit einer akademischen Ausbildung werden (Ärzte, Ökotrophologen, Psychologen, Bewegungswissenschaftler, Pädagogen).

Mitgliedsbeitrag beträgt z.Zt. € 25.- pro Jahr

Die künftige Finanzierung der Gesellschaft soll erfolgen durch Einnahmen aus Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen sowie durch Zuwendungen von Sponsoren.

Sitz der Gesellschaft ist Hamburg; die postalische Adresse der Arbeitsbereich Sport- und Bewegungsmedizin im Ambulanzzentrum des UKE, Martinistr 52, 20146 Hamburg.